generisches Neutrum

Konzept für die sprachliche Gleichbehandlung aller Menschen

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4 Kommentare

  1. Respekt!

    Zunächst beglückwünsche ich die Initiative des generischen Neutrums für seine Existenz und begrüße die (für mich) sehr lehrreiche Darstellung der verschiedenen Sprachansätze zur Vermeidung der sprachlichen Diskriminierung!

    Eine mögliche sprachliche Geschlechtsberücksichtigung fehlt mir in der Diskussion der mit “-er” Suffix endenden Bezeichnungen, nämlich das “-er” durch “-in ersetzen. Mich wundert ob nicht schon jemand auf diese Idee kam…? “der Maler/die Malin” “Bäcker/Bäckin” “der Mediziner/die Medizinin” “Mitarbeiter/Mitarbeitin” vermeidet die Verniedlichung durch Zusatzsuffix. In Bezug auf das generische Neutrum mag das ein Nebenaspekt sein, aber ich weiß halt nicht wo ich die Idee abladen sollte ;o)

    Insgesamt empfinde ich forcierte Implementierungen der sprachlichen Behandlung eines nicht sprachlich, sondern psychologisch (vielleicht gar psychopathologisch?), historisch, gesellschaftlich und evolutionär begründbaren Problems, dessen Lösung aussteht als ziemlich absurd, denn das ist laborieren an Symptomen. Die Sprache selbst ist Ausdruck der Einstellung, nicht Einstellung an sich. Die Ursachen der fehlerhaften,, nicht zeitgemäßen Einstellungen in den Köpfen werden davon nicht oder kaum berührt, die Verursacher des Problems nicht erreicht, nicht “eingefangen” und bekehrt sondern ausgegrenzt. Ich bin nicht-Genderer und nicht-generischer-Neutrumer, der glaubt, den verschiedensten Geschlechtern (die ich mir alle gar nicht mehr merken kann, weil sie mir in ihrer Orientierung auch einfach egal sind!) in meinem Verhalten respektvoll und neutral zu begegnen (physisch, sprachlich und geistig). Dennoch fühle ich mich allein durch mein Alter und dem Festhalten an antiquiertem Sprachgebrauch mit den wirklich zu erreichenden Machomenschen autostereotypisiert in einen Topf geworfen. Von Konzepten, wie man Umerziehung der wirklichen Problemverursacher erreichen könnte höre ich so gut wie nie. Aber Ausgrenzung ist ja auch leicht, die “guten” müssen sich ja nicht “mitgemeint” fühlen ;o)

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  2. Bastian

    Es geht noch einfacher: Man benutzt das generische Maskulinum, generische Feminimum oder generische Neutrum und hört auf, grammatisches und biologisches Geschlecht zu vermischen.

    Aus der Luft gegriffene Behauptungen, etwa dass die Endung »-in« unbedeutender macht und verniedlicht, dient der Sache nicht. Sie sollten sich auf sachliche Argumentation konzentrieren, die auf der Seite durchaus angeführt wird, so zum Beispiel, dass mit der Endung »-in« überhaupt erst eine Betrachtung des Geschlecht in die Sprache eingeführt wird.

    Ob man bei Piloten im Cockpit an Männer oder Frauen denkt, ist weniger ein sprachliches Problem, sondern ein gesellschaftliches. Niemandem ist geholfen, wenn man Sprache so hinbiegen möchte, dass man an mehr Frauen im Cockpit denkt. Gibt es zu wenige Frauen in Cockpits und liegt das an diskriminierenden Hürden, dann gehören diese abgeschafft.

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  3. Leo Faltus

    Hallöchen (auch ein Diminutiv),
    2 mal “man” auf https://www.generisches-neutrum.com/. Und das “Man”agement kann “man” ja wohl auch so nicht stehen lassen 😉
    Ernst beiseite (und wirklich nur in aller Kürze): Bei aller anerkennungswürdiger Bemühung – ICH bin SEHR skeptisch, ob wir der deutschsprachigen Welt – und insb. unseren deutschlernenden Mitmenschen – etwas Gutes tun, wenn wir “Das Arzt” etc. sagen/schreiben. Das wäre ja nun eine GROSSE Rechtschreibreform, die wir da bräuchten (wo die aktuelle ja noch nicht wirklich überall angekommen ist).
    LG, Leo

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    • Gernot

      Ja, »das Arzt« ist eine große Umstellung.
      Alternativ zum generischen Neutrum kann man es nach Streichung der weiblichen Form (»-in«) auch bei der männlichen Form als Grundform belassen. Auch das hat Luise Pusch schon vor langer Zeit vorgeschlagen. Der große Vorteil gegenüber dem generischen Neutrum: Die Umstellung ist viel geringer, es kommt viel weniger oft vor, dass unser Sprachgefühl verletzt wird.
      Es heißt ja heute schon: »Erika ist ein Genie.« (Neutrum.) Oder: »Erika ist ein Liebling der Massen.« (Maskulinum)
      Wenn man dann sagt, »Erika ist ein guter Freund von mir«, dann verträgt das unser Sprachgefühl ganz gut.
      Im generischen Neutrum lautet dieser Satz: »Erika ist eine gute Freund von mir« – und das ist gewöhnungsbedürftig.

      Aber die männliche Grundform für alle hat natürlich auch Nachteile. Wenn ein Mann sagt, »Ich werde meinem Freund morgen einen Heiratsantrag machen«, dann wird es wohl noch sehr lange dauern, bis die meisten in diesem Freund eine Frau erkennen. Und daher wird der Mann das auch nicht so sagen.
      Und vor allem: Die männliche Grundform für alle ist einfach nicht so fair wie das generische Neutrum. Sie macht die Frauen zunächst tatsächlich »unsichtbar« in der Sprache.

      Aus meiner Sicht haben wir aktuell kein Sprachsystem, das frei von Mängel ist:
      • Das Althergebrachte (generisches Maskulinum) stellt Frauen schon allein durch die weibliche Form (Suffix »-in«) schlechter. Außerdem sind Frauen nur »mitgemeint« – und das reicht vielen nicht mehr.
      • Systeme mit Binnen-I, Gender-Sternchen oder ähnliche verfestigen die Benachteiligung durch die weibliche Form, werden also nicht die Lösung sein. Außerdem haben sie ein Problem in Lesbarkeit und Verständlichkeit. Und es fehlt auch an der Akzeptanz.
      • Die Doppelnennung verfestigt die Benachteiligung durch die weibliche Form, schließt Personen, die sich weder weiblich noch männlich definieren, noch offensichtlicher aus, als es das herkömmliche System tut, und macht Texte, in denen es hauptsächlich um Personen geht, deutlich länger und schwieriger zu verstehen.
      • Das generische Neutrum hat all diese Probleme nicht, bedeutet aber eine große Umstellung, für die wohl nur wenige bereit sind.

      Ich glaube, uns steht eine lange Zeitspanne bevor, in der verschiedene Systeme nebeneinander existieren werden. Die einen werden so schreiben und sprechen und die anderen anders. Irgendwann, vielleicht in ein paar Jahrzehnten, wird sich dann ein System durchgesetzt haben. Bis dahin wird es wichtig sein, tolerant gegenüber den verschiedenen Systemen zu sein.

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